Lese-/Rechtschreibschwäche – Legasthenie – (Entwicklungs)Dyslexie

Mit diesen drei Begriffen wird eine Schwäche in der Entwicklung der Schriftsprache beschrieben, die sich im Prozess des Erwerbs der Lese- und Schreibfähigkeit äußert, sich aber gegebenenfalls auch schon im Vorfeld der Einschulung anhand bestimmter Defizite ahnen lässt.

Die Legasthenie gehört zu den sog. Teilleistungsschwächen, hat also oft nichts mit der allgemeinen Denk- und Wahrnehmungsentwicklung zu tun. Störungen des Lesen- und Schreibenlernens können sich auf unterschiedlichste Arten und Weisen ankündigen bzw. manifestieren. Die auftretenden Probleme erstrecken sich dabei vom völligen Scheitern beim Erlernen von Buchstaben bzw. Buchstaben-Laut-Beziehungen bis hin zu Abweichungen bei der Rechtschreibung, der Lesesinnentnahme oder auch der Lesegeschwindigkeit. Dazwischen liegen zahlreiche Typen systematischer Fehlleistungen wie zum Teil auch höchst individueller Defizite.

Insgesamt können Fehlentwicklungen des Lesen- und Schreibenlernens heutzutage durchaus treffsicher diagnostiziert und in der Folge auch behandelt werden. Dazu bedarf es enger Kooperationen zwischen Sprachtherapeuten, Lehrern, Ärzten (Kinderärzten bzw. Kinder- und Jugendpsychiatern) und Eltern.

Nicht selten basieren Lese-/Rechtschreibschwächen auf Abweichungen in der Sprachentwicklung wie zum Beispiel Lautunterscheidungsproblemen oder sog. zentral-auditiven Wahrnehmungs- und Verarbeitungsstörungen. Besondere Relevanz hat gerade in letzter Zeit der Begriff der „phonologischen Bewusstheit“ gewonnen, der als Sammelbecken für viele der Schriftsprache vorausgehende Vorläuferfähigkeiten dient.
Eine grundlegend ansetzende, systematisch geplante und fachgerecht durchgeführte Therapie setzt zwar den Einsatz erheblicher Zeit- und Kraftressourcen voraus, lohnt sich jedoch außerordentlich wegen ihrer das Kind entlastenden Ergebnisse.